Kleinanzeigen vs. Facebook Marketplace: Wo kaufst du besser in Berlin?
Ich nutze beide Plattformen seit Jahren. Hier ist mein ehrlicher Vergleich - und wann du welche nutzen solltest.
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Warum nicht einfach beides?
Kurze Antwort: Solltest du auch. Aber beide haben verschiedene Stärken.
Lange Antwort: Lies weiter.
Ich hab in den letzten 2 Jahren auf beiden Plattformen über 60 Transaktionen gemacht - kaufen und verkaufen. Hier ist, was ich gelernt hab.
Der Quick-Überblick
| Faktor | Kleinanzeigen | Facebook Marketplace |
|---|---|---|
| Nutzer in DE | #1, ca. 35 Mio | #2, ca. 10-15 Mio |
| Möbel-Angebot | Riesig | Groß, aber weniger |
| Kommunikation | Email/Chat in App | Messenger |
| Käufer-Qualität | Gemischt | Tendenziell besser |
| Scam-Risiko | Mittel | Niedriger (wegen Profile) |
| Anonymität | Hoch | Niedrig |
Kleinanzeigen: Die Vor- und Nachteile
Was Kleinanzeigen gut macht
1. Das Angebot ist RIESIG In Berlin findest du auf Kleinanzeigen buchstäblich alles. Von der MALM-Kommode bis zum antiken Sekretär.
2. Die Leute sind preisbewusst Kleinanzeigen-Nutzer erwarten Schnäppchen. Das heißt:
- Als Käufer: Du findest günstigere Preise
- Als Verkäufer: Du musst realistisch sein
3. Anonymität (wenn du willst) Du brauchst kein Foto, keinen echten Namen. Für manche ist das wichtig.
4. "Zu Verschenken"-Sektion Die existiert auf Facebook auch, aber auf Kleinanzeigen ist sie etablierter und voller.
Was Kleinanzeigen nervt
1. No-Shows Die Klassiker-Beschwerde. Leute sagen zu und kommen nicht. Keine Konsequenzen, weil anonym.
2. Spam und Scams "Ich kaufe es, schick mir deine PayPal" - Nein. Die berühmten Betrugsversuche.
3. Die App ist... okay Funktioniert, aber fühlt sich manchmal wie 2015 an.
4. Keine echte Käufer-Verifizierung Jeder kann ein Fake-Account machen.
Facebook Marketplace: Die Vor- und Nachteile
Was Facebook Marketplace gut macht
1. Du siehst, wer kauft Echte Profile mit Freunden, Posts, Historie. Du bekommst ein Gefühl für die Person.
2. Weniger No-Shows Weil Käufer nicht anonym sind, stehen sie eher zu Terminen.
3. Kommunikation über Messenger Schneller, direkter. Die meisten haben Messenger eh auf dem Handy.
4. Lokale Gruppen "Flohmarkt Berlin Neukölln", "Möbel Berlin" - in diesen Gruppen findest du manchmal Perlen.
Was Facebook Marketplace nervt
1. Weniger Angebot als Kleinanzeigen Gerade bei Nischen-Sachen ist Kleinanzeigen besser bestückt.
2. Du brauchst Facebook Kein Account, kein Marketplace. Für viele ein Dealbreaker.
3. Privacy-Concerns Dein echtes Profil ist mit Käufen/Verkäufen verbunden.
4. Algorithmus-Chaos Manchmal zeigt dir Marketplace Sachen aus 50km Entfernung, obwohl du 10km eingestellt hast.
Wann du was nutzen solltest
Nutze Kleinanzeigen wenn:
- Du Möbel suchst (das größte Angebot)
- Du anonym bleiben willst
- Du nach kostenlosen Sachen suchst
- Du an Expats/Internationale verkaufen willst (die kennen Kleinanzeigen eher)
- Du Nischen-Sachen suchst (Vintage, Antik, Sammlerstücke)
Nutze Facebook Marketplace wenn:
- Du schnell verkaufen willst (weniger No-Shows)
- Du ein Gefühl für den Käufer haben willst
- Du in lokalen Gruppen was Spezielles suchst
- Du jüngere Zielgruppe ansprechen willst (20-35-Jährige)
- Du Elektronik kaufst (Profile zeigen Vertrauenswürdigkeit)
Nutze BEIDE wenn:
- Du schnell verkaufen musst (doppelte Reichweite)
- Du was Spezielles suchst und nicht warten willst
- Du maximale Sichtbarkeit willst
Der Berlin-Faktor
In Berlin ist Kleinanzeigen King. Die Expat-Community nutzt es massiv, die Deutschen sowieso.
Facebook Marketplace ist stark in bestimmten Kiezen (Kreuzberg, Neukölln, Friedrichshain) wo die Digital-Native-Crowd wohnt.
Meine Erfahrung nach Produkttyp in Berlin:
- Möbel: Kleinanzeigen (80% meiner Käufe)
- Elektronik: Beides (Facebook für teurere Sachen wegen Profil-Check)
- Kleidung: Vinted > beide (spezialisiert)
- Fahrräder: Kleinanzeigen (mehr Auswahl)
- Kindersachen: Facebook (Gruppen für Eltern sind top)
Das Transport-Problem lösen
Egal welche Plattform - das größte Hindernis ist oft der Transport.
Meine Lösung: In beiden Plattformen erwähne ich: "Lieferung möglich (z.B. über BringEasy)".
Das funktioniert, weil:
- Käufer ohne Auto können trotzdem kaufen
- Du erreichst mehr Interessenten
- Der Verkauf geht schneller durch
Auf Kleinanzeigen und Facebook Marketplace gleichermaßen effektiv.
Sicherheits-Vergleich
Scam-Risiko
Kleinanzeigen:
- Höheres Risiko wegen Anonymität
- Klassiker: "PayPal Freunde & Familie", gefälschte Zahlungsbestätigungen
- Lösung: Nur Barzahlung bei Abholung
Facebook:
- Niedriger wegen echter Profile
- Aber: Gehackte Accounts werden manchmal für Scams genutzt
- Lösung: Profil checken, bei neuen Accounts vorsichtig sein
Mein Sicherheits-Setup
- Immer Barzahlung bei Abholung
- Treffpunkt: Öffentlicher Ort für kleine Sachen, Zuhause nur für Möbel
- Bauchgefühl: Wenn's weird ist, lass es
TL;DR - Die Entscheidung
Für die meisten Berliner: Start mit Kleinanzeigen, es hat das größte Angebot.
Ergänzend: Facebook Marketplace für schnellere Verkäufe und wenn du den Käufer "sehen" willst.
Pro-Move: Inserier auf beiden gleichzeitig, lösch das andere wenn verkauft.
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Möbel kaufen | Kleinanzeigen |
| Schnell verkaufen | |
| Kostenlose Sachen | Kleinanzeigen |
| Teure Elektronik | Facebook (wegen Profile) |
| Maximum Reichweite | Beides |
Geschrieben von jemandem, der zu viel Zeit auf beiden Plattformen verbracht hat. Mein Browser-Verlauf ist ein Möbelkatalog.