So verkaufst du Möbel auf Kleinanzeigen ohne Zeitverschwendung (Berlin Guide)
Ich hab in 2 Jahren über 40 Möbelstücke auf Kleinanzeigen verkauft. Hier sind die Tricks, die tatsächlich funktionieren - und wie du No-Shows vermeidest.
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Warum ich diesen Guide schreibe
Ich bin in den letzten 2 Jahren 3x in Berlin umgezogen. Jedes Mal hab ich massig Möbel verkauft - und dabei VIEL gelernt. Meistens auf die harte Tour.
Der erste Verkauf? 5 Leute haben geschrieben, 3 haben einen Termin ausgemacht, keiner ist aufgetaucht. Das Sofa stand 3 Wochen bei mir im Flur.
Mittlerweile hab ich ein System. Verkaufsquote: 95%. Hier ist alles, was ich gelernt hab.
Das Inserat: Fotos sind ALLES
Regel 1: Mindestens 5 Fotos
- Frontalansicht (das "Hero-Bild")
- Detailaufnahme (Stoff/Holzmaserung)
- Maße mit Zollstock im Bild
- Eventuelle Macken (JA, zeig sie!)
- Im Raum, damit man Größe einschätzen kann
Pro-Tipp: Mach Fotos bei Tageslicht, nicht abends mit gelbem Lampenlicht. Der Unterschied ist krass.
Regel 2: Macken fotografieren
Klingt kontraintuitiv, aber:
- Käufer vertrauen dir mehr
- Weniger "Überraschungen" bei Abholung = weniger Absagen
- Die Leute, die trotzdem kommen, wissen genau was sie kriegen
Ein Kratzer auf der Tischplatte? Foto davon. Fleck auf dem Sofa? Foto davon. Transparenz spart dir Zeit.
Der Preis: Die 70%-Regel
Neupreis recherchieren, dann:
- Sehr guter Zustand: 40-50% vom Neupreis
- Guter Zustand (normale Gebrauchsspuren): 25-35%
- Sichtbare Macken: 15-25%
- IKEA-Standard-Möbel (BILLY, KALLAX, etc.): Max 30%, weil jeder die hat
Mein Fehler früher: Ich hab MALM Kommode für 80€ eingestellt (Neupreis 100€). Keiner hat's gekauft. Dann für 45€ - in 2 Tagen weg.
Die Wahrheit: Gebrauchte Möbel sind für Käufer nur interessant, wenn sie DEUTLICH günstiger sind als neu. Sonst gehen sie einfach zu IKEA.
Die Beschreibung: Kurz und wichtig
Was Käufer wissen wollen:
Maße: 140x80x75cm (LxBxH)
Zustand: Gut, kleine Kratzer an den Beinen (siehe Foto 4)
Alter: Ca. 3 Jahre
Neupreis: 200€
Abholung: Charlottenburg, EG (kein Tragen nötig)
Was du NICHT schreiben musst:
- Warum du es verkaufst (interessiert niemanden)
- Emotionale Geschichte ("War mein erstes Möbelstück in Berlin...")
- "Nur an Selbstabholer" (das ist bei Möbeln Standard)
No-Shows vermeiden: Die goldenen Regeln
Das ist der wichtigste Teil. So hab ich meine No-Show-Rate von 60% auf unter 5% gesenkt:
Regel 1: Geld-Commitment
Bei Anfragen antworte ich:
"Gerne! Ich reserviere es für dich bis [Datum/Uhrzeit]. Wenn du es nicht schaffst, kurz Bescheid sagen, dann kann ich andere Interessenten berücksichtigen."
Das erzeugt Verbindlichkeit. Wer nicht absagt, ist ein Idiot - und solche Leute willst du eh nicht.
Regel 2: Bestätigung am Vortag
Am Tag vor der Abholung schreibe ich:
"Hi! Kurze Erinnerung: Morgen 15 Uhr, [Adresse]. Passt das noch?"
Wer nicht antwortet = wird nicht kommen. Dann kannst du den nächsten Interessenten kontaktieren.
Regel 3: Keine vagen Termine
Schlecht: "Ja, Samstag passt" Gut: "Samstag 14:00 Uhr, ich schick dir die Adresse am Freitag Abend"
Je konkreter, desto verbindlicher.
Regel 4: Adresse erst kurz vorher
Ich gebe die Adresse erst am Tag der Abholung raus, mit einer kurzen Nachricht:
"Hier die Adresse: [Straße]. Ich bin ab 14 Uhr da. Klingel bei [Name]."
Warum? Wer die Adresse hat und nicht kommt, ist richtig unhöflich. Die meisten Menschen vermeiden das.
Transport anbieten: Der Game-Changer
Viele Käufer haben kein Auto. Wenn du in der Anzeige schreibst:
"Lieferung in Berlin gegen Aufpreis möglich (oder über BringEasy)"
...erreichst du 50% mehr potenzielle Käufer.
Meine Erfahrung:
- Ohne Lieferung: 5 Anfragen in einer Woche
- Mit Lieferung: 12 Anfragen in einer Woche
Für dich ist es kein Aufwand - der Käufer organisiert es. Aber du ermöglichst es.
Schnell verkaufen: Der Preis-Hack
Du willst das Ding JETZT loswerden? Hier ist der Trick:
- Stell es für fairen Preis ein (nicht überzogen)
- Warte 3 Tage
- Keine guten Anfragen? Senke um 20%
- Immer noch nichts? "Zu Verschenken" mit Bedingung "Selbstabholung heute Abend"
Ernst gemeint: Manchmal ist "kostenlos loswerden" besser als 3 Wochen Nachrichten beantworten.
Was ich nie wieder machen würde
- ❌ Reservieren ohne Zeitlimit: "Ich halt's bis Samstag" - dann kam keiner und 5 andere Interessenten waren weg
- ❌ Preisverhandlung per Chat: Endlose "Würdest du auch 30€ nehmen?" - Meine Antwort jetzt: "Preis steht in der Anzeige, bei Abholung können wir reden"
- ❌ Mehrere Termine parallel: Führt zu Chaos und genervten Leuten
TL;DR - Deine Checkliste
Inserat:
- 5+ Fotos bei Tageslicht
- Maße angeben
- Macken zeigen
- Realistischer Preis (50% vom Neupreis max)
- "Lieferung möglich" erwähnen
Kommunikation:
- Konkrete Uhrzeit vereinbaren
- Am Vortag bestätigen lassen
- Adresse erst am Abholtag rausgeben
Mindset:
- Nicht emotional an Preis hängen
- No-Shows einkalkulieren
- Nach 1 Woche Preis senken
Geschrieben von jemandem, der zu viel Zeit mit Kleinanzeigen-Nachrichten verbracht hat und jetzt ein System hat.